Altmühlzentrum Burg Dollnstein

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Bei Dollnstein öffnet sich das enge Altmühltal, das sich von Treuchtlingen über Solnhofen zieht, zu einem weitläufigen Talkessel. In dessen Mitte erhebt sich ein markantes Felsband, das sich deutlich von den umliegenden Höhen absetzt. An diesem strategisch bedeutenden Ort – am Flussübergang der alten Römerstraße und im Grenzgebiet zwischen Bayern und Franken – entstand bereits im frühen Mittelalter die Burg Dollnstein.

Bis heute sind Teile der Burganlage erhalten, darunter die Burgstallungen und das historische Burgtor. Nach einer umfassenden Sanierung entstand hier das Altmühlzentrum Burg Dollnstein. Die abwechslungsreiche Ausstellung lädt dazu ein, die Geschichte der Burg, des Marktes Dollnstein und der gesamten Region zu entdecken. Darüber hinaus widmet sie sich den Besonderheiten der Natur- und Kulturlandschaft des Altmühltals. Zu den Höhepunkten zählt der berühmte Dollnsteiner Münzschatz, der spannende Einblicke in die Vergangenheit bietet.

Ausstellung

Angebote

Infos & Service

Das Gebäude und seine Geschichte

Zwischen dem Ufer der Altmühl und dem Burgfelsen entstand zunächst eine offene Siedlung. Im 9. Jahrhundert wurde sie durch einen Wall aus Holz und Erde geschützt. Ab etwa 1100 ersetzte man diesen durch eine steinerne Wehrmauer, die später mit Zinnen versehen wurde. Der Zugang erfolgte über ein sogenanntes Kammertor, das um 1150 errichtet wurde. Zeitgleich entstand an der Innenseite der Mauer ein repräsentativer Saalbau, der sogenannte Palas. Das ursprünglich 17 Meter lange Gebäude wurde um 1200 auf rund 22 Meter erweitert.

Die Größe und Ausstattung dieser Anlage deuten darauf hin, dass die erste Burg Dollnstein nicht auf dem Felsen, sondern als Niederungsburg zwischen Altmühl und Burgfelsen angelegt war. Erst im 12. Jahrhundert begann man – dem damaligen Trend des Burgenbaus folgend – mit der Errichtung einer Höhenburg auf dem markanten Felsen. Die ältere Burganlage im Tal verlor dadurch zunehmend an Bedeutung. Sie wurde den veränderten Anforderungen angepasst, mehrfach umgebaut und teilweise zurückgebaut. Nachdem das Hochstift Eichstätt die Burg im Jahr 1440 erworben hatte, diente die ehemalige Niederungsburg schließlich nur noch als Vorburg der Höhenburg.

Dendrochronologische Untersuchungen zeigen, dass Fürstbischof Albrecht II. von Hohenrechberg in den Jahren 1444/45 Wirtschaftsgebäude, die sogenannten Burgstallungen, an die bestehende Burgmauer anbauen ließ. Die Oberburg diente bis zum Ende des Dreißigjährigen Krieges als Sitz des Pfleg- und Kastenamtes Dollnstein des Hochstifts Eichstätt. Während der Kriegswirren wurde die Anlage jedoch schwer beschädigt und anschließend nur noch in geringem Umfang genutzt.

Im Zuge der Säkularisation von 1802/03 gingen Markt und Burg Dollnstein in den Besitz von Großherzog Ferdinand II. von Toskana, Kurfürst von Salzburg, über. Bereits 1804 ließ er die Burg versteigern. Das Burggelände mit seinen Gebäuden wurde dabei auf sieben Dollnsteiner Bürger aufgeteilt. Erst ab 1980 gelangte die Anlage schrittweise wieder in den Besitz der Gemeinde Dollnstein.

Nach der Versteigerung wurde die Oberburg weitgehend abgetragen. Viele der Steine fanden als Baumaterial Verwendung oder wurden verkauft. Erhalten blieben lediglich die Burgstallungen und das Burgtor, da sie weiterhin landwirtschaftlich genutzt wurden und teilweise als Wohnraum dienten.

Obwohl die historischen Gebäude bis heute weitgehend unverändert überliefert sind, verschlechterte sich ihr Zustand über die Jahrzehnte zunehmend. Die dringend erforderliche Sanierung der einsturzgefährdeten Anlage scheiterte lange Zeit an einem tragfähigen Nutzungskonzept. Erst mit der Entwicklung des „Altmühlzentrums Burg Dollnstein“ eröffnete sich eine neue Perspektive für die historische Anlage. Auf dieser Grundlage konnte der Gebäudekomplex zwischen 2005 und 2012 nach modernen denkmalpflegerischen Standards umfassend restauriert und für die heutige Ausstellung hergerichtet werden.